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Thursday, 8 April 2010











O, how this spring of love resembleth
The uncertain glory of an April day;
Which now shows all the beauty of the sun,
And by and by a cloud takes all away
(William Shakespeare)







Vernarrt in den Frühling, die Lieblingsteetasse von Roy Kirkham, rote Marmelade, Tauben, Blumenkleider, englische Literatur und Poesie, Tim Walker, Country Living Magazine, die neuen Alben von Clogs, Jackies Oates und Joshua James, Shara Wordens märchenhafter Falsettstimme, Werner Herzog Filme und Wiesenblumen






Wednesday, 3 February 2010





Das Innenleben des Martin Frost
von Paul Auster









Martins Geschichte bewegte sich nicht in irgendeine bestimmte Richtung, sondern schlang sich vielmehr in sich selbst zurück - oder knickte immerzu in jähen rechten Winkeln hierhin und dorthin ab...


Ein unheimlich gutes Skriptum für einen Film, den ich unbedingt sehen muss (nicht nur aufgrund der Tatsache, dass ich ihn mir in ziemlicher David Lynch Manier ausmale, sondern vielmehr auch, weil er von Paul Auster sowohl geschrieben, als auch gedreht wurde) Sprachlich brilliant, sehr knapp, reduziert und psychologisch einfach nur grandios aufbereitet! Ich liebe Paul Austers Literatur!

Sunday, 3 January 2010

I adore simple pleasure....




Stummfilmwochenende


Freitag und Samstag gabs in Wien ein kleines Stummfilmfestival in einem wunderschönen, alten Kino, bei welchem zwei Filme gezeigt wurden, die ich schon immer mal sehen wollte. Ich liebe Stummfilme!

Das Kabinett des Dr. Caligari (1920) von Robert Wiene







Das Wachsfigurenkabinett (1924) von Paul Leni







Samstags gingen wir dann noch auf dem Flohmarkt und fanden einige schöne alte Dinge.





Beim Stöbern im Lieblingsplattenladen stolperte ich außerdem auf das neue Album der Leisure Society 'The Sleeper' und verliebte mich ziemlich rasch in deren leichten, naturverbundenen Folk, ausgeschmückt mit verspielten Flötenmelodien und netten Banjoarrangements.



Sonntags gings dann ab aufs Land zum Bücherflohmarkt und auf Tee und Kuchen bei Mama und Papa. Gegen späten Nachmittag gingen Herr F. und ich dann zum ersten Mal in diesem Winter zum See Eislaufen. Es war wunderschön! Die winterliche Abendsonne, kein Großstadtlärm, nur die Geräusche aus dem naheliegenden Wald. Als es dann begann, große Schneeflocken zu schneien war ich vollkommen verliebt in die einfachen, aber so wunderschönen Überraschungen, die die Natur, überhaupt das Leben, zu bieten hat!





Jetzt werden wir es uns gemütlich machen mit getrüffelter Kartoffelsuppe, Vincent Gallo und einem guten Buch (am Bücherflohmarkt fand ich unter anderem eine wunderschöne Ausgabe der Penguian Modern Classics Reihe von Oscar Wilde's 'Picture of Dorian Gray' das ich jetzt anfangen werde, zum vierten Mal zu lesen. Es ist einfach eines meiner Liebingsbücher von ihm.

Friday, 20 November 2009





Wenn ich als Kind/Jugendlicher krank war hat sich immer meine Mama liebevoll um mich gekümmert. Sie hat mir Videokasetten mit alten Kinderserien wie 'Als die Tieren den Wald verließen' oder 'Tao Tao' ausgeborgt und in der Stadtbücherei nach passender Literatur für mich gesucht. Unter anderem entdeckte ich auf diese Weise Angela Carter's düstere, phantastische aber auch äußerst poetische Literatur. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich all ihre Werke verschlungen und schätze sie bis heute als eine der einflussreichsten feministischen Autorinnen der englischen (Jugend)Literatur.



Mein Zeitvertreib während des Krankseins hat sich kaum verändert. Jetzt lese ich 'Ulysses' (und finde sogar einige Parallelen zu Angela Carter`s 'Nights at the circus' )und schaue alle möglichen Lieblingsserien wie David Lynch's 'Twin Peaks' oder Lars von Trier's 'Geister'.

Thursday, 22 October 2009



'Neben dem Schrank tickte die Uhr. Das Pendel flog und schaufelte unsere Zeit zwischen die Möbel vom Schrank zum Fenster, vom Tisch zur Diwan, vom Ofen zum Plüschsessel, vom Tag in den Abend. An der Wand war das Ticken meine Atemschaukel, in meiner Brust war es meine Herzschaufel. Sie fehlte mir sehr.'


*


Seite 299.
ENDE.


Ein, trotz der so weit entfernten Sprache ein so nahegehendes Buch.


Die Rückkehr, die keine ist.
Die Angst, die bleibt.
Die Heimat, die keine wird.
Die Erinnerung, die brennt.
Die Ferne, die nährt.



Die Arbeit als zentrales Thema. Um den Hunger zu vergessen, das Heimweh, die Angst. Für mich wird es im Buch nicht direkt als exogener Zwang dargestellt, vielmehr als die Reaktion eines Getriebenen um des Vergessens Willen.



(Ernst Barlach - Der Rächer)


Äußert auffallend ist ihre ambivalente Sprache. Sie versachlicht die Poesie, bildet mit extrem nüchterner Sprache Bilder von solch einer Intensität und bewegt sich mal betrübt tanzend, mal freudig weinend zwischen Traumwelt und Realität. Sie mag keine Konjunktive, und keinen Imperfekt, keine langen Satzbauten, sie spricht das Unaussprechliche direkt an.

Im Nachwort bekommt man zu spüren, dass das Schreiben dieses Buches im Alleingang für Herta Müller eine große Überwindung war und viel Kraft kostete. Sie verdient die Anerkennung alleine für das 'zu Papier bringen' und in diesem Sinne auch verewigen einer so schrecklichen Geschichte.



Tuesday, 20 October 2009



Eine sehr feuchte Kälte sucht momentan Wien heim und liefert das perfekte Wetter für Kinobesuche, Museumsgänge, Back- und Stricknachmittage und Lesestunden mit Musikgenuss!





Heute gabs feurige Ingwer-Karottensuppe mit Polenta, Bio-Vielkornbrot mit Devonshire Cremehonig (Urlaubsgruß von unserer Englandsüdküstenreise) und North Yorkshire Irish Cream Tea. Dazu Papercuts, ein bisschen Sigur Ròs und natürlich mein Album der Woche: Ramona Falls!



Und Herbst ist hier immer so eine Vorfreudezeit, weil sich einfach so viel Erfreuliches ankündigt:

*Tolle Konzerte, die meiste Vorfreude für Grizzly Bear, Efterklang, the Dodos, Great Lake Swimmers, Soap and Skin und the Swell Season
*Erster Slow Food Markt in Wien, ich hoffe der wird ähnlich toll wie der in Bristol, Slow Food Stadt Nummer 1.
*Wieder ein gemeinsames Wochenende in der wundervollen Hundertwassertherme mit so leckerem, riesengroßen Biofrühstücksbrunch und anderem Verwöhnprogramm.
*Doch die meiste Vorfeude gilt dem Besuch von Johanna :)


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Atemschaukel

Tag 2.

210 Seiten

Nach wie vor bedrückende Stimmung mit dieser eindringlichen und trotzdem so distanzierten Sprache. Im Vordergrund steht im zweiten Drittel des Buches vermehrt die Sehnsucht nach der Heimat. Die Unfähigkeit, Zuhause ein Lebenszeichen zu hinterlassen - mich als Leser macht es innerlich fertig wie der Protagonist - noch halb ein Kind - mit seinem Heimweh kämpft. Hinzu kommt dieser schreckliche Hunger, denn man sich als heutiger Bewohner eines Industriestaates wohl nicht mal annähernd erdenken kann...

[...Ich habe meinem Heimweh schon lange trockene Augen beigebracht. Und jetzt möchte ich noch, dass mein Heimweh auch herrenlos wird. Dann sieht es nicht mehr meinen Zustand hier und fragt nicht mehr nach denen von Zuhause. Dann sind auch in meinem Kopf keine Personen mehr daheim, nur noch Gegenstände... ... Gegenstände sind klein oder groß, manche vielleicht viel zu schwer, aber sie haben ein Maß. Wenn mir auch das gelingt, ist mein Heimweh nicht mehr empfänglich für Sehnsucht. Dann ist mein Heimweh nur der Hunger nach dem Ort, wo ich früher einmal satt war...]

Dargestellt wird der Hunger als sogenannter 'Hungerengel', mit dem man den ewigen Kampf führt. Die Passagen mit dem Hungerengel erinner mich sehr stark an Delirien und stellen glaub ich auch solche dar.

Sehr traurig stimmen mich die Rückblicke von Leopold auf seine heile Kindheit, in die er sich immer wieder flüchtet um das kaltherzige Lager zu überleben.

Monday, 19 October 2009




Von Hungerengel, Schwarzpappeln und Kuckucksuhren

ATEMSCHAUKEL

von Herta Müller


Tag 1

Seite 114: gewaltige Sprache, schwer getragen, elegisch, schwarz-weiß und trotzdem voller gewaltigen, poetischen Metaphern und etymologischen Widersprüchen [...monströs schön, makellos hässlich...] [...dieser Baum ist anspruchslos und ausgesprochen schön. Aber majestätisch verlogen. Wieso nennt er sich SCHWARZPAPPEL mit seinem weißen Stamm... Wenn man die halbe Nacht auf die Erschießung gewartet hat, ist der Name nicht mehr verlogen...] Doch die ganze Geschichte ist ein Widerspruch ansich. Es ist Kriegsende und doch scheint es, also ob das ganze Unheil noch bevorstünde. Wer nicht an die Front muss, wird in ein Arbeitslager deportiert.
Hunger und Arbeit ergeben das zentrale Sujet, unterschwelig auch die Angst, nie wieder heimzukehren. [...ich weiß du kommst wieder... ... ja, aber weißt du eigentlich, wie schwer das ist...]

Bis jetzt ging mir das Gelesene, trotz der distanzierten Sprache und Gefühlswelt des Protagonisten, sehr unter die Haut. Es ist aufwühlend und verstörend, düster und kalt aber trotzdem äußerst poetisch!

[...ich sah nie Menschen in den Höfen. Ich wollte Leute sehen, die nicht im Lager leben, die ein Zuhause haben, einen Zaun, einen Hof, ein Zimmer mit Teppich, vielleicht sogar einen Teppichklopfer. Wo Teppiche geklopft werden, dachte ich, kann man dem Frieden trauen, dort ist das Leben zivil, dort lässt man die Leute in Frieden...]

(Käthe Kollwitz)

(erinnert mich an mein Kopfkino zu diesem Buch...)

Wednesday, 14 October 2009

wenns draußen stürmt und weht...





... ist es hier herinnen Tee- und Kuchenzeit!

Meine momentanen Lieblingsbeschäftigungen: Kuchen backen, Tee trinken, Bücher lesen, Musik hören und am Sofa eingekuschelt in eine warme Wolldecke Filme schauen!


Mein Lieblingsrezept für einen Apfel- Zimtkuchen (schmeckt einfach schon so lecker nach Weihnachten)

Zutaten: 200 g Zucker, 200 g Butter, 4 Eier, 1 Päckchen Vanillezucker, 320 g Mehl, 1/2 Päckchen Backpulver, 4 TL gemahlener Zimt, 3 mittelgroße Äpfel und 100 g Haselnüssse.

Zubereitung: Alle Zutaten bis auf Haselnüsse und Äpfel zu einem Teig verkneten. Äpfel schälen und klein würfeln, mit Haselnüsse vermengen und zum Zeit dazu. Alles in eine Kastenbackform geben und bei ca. 180 Grad ungefähr eine Stunde lang backen. Zimtiger Küchen- bzw. Wohnungsduft inklusive :)



Lieblingstee: London Fog Tea (Rezept für eine Kanne)

2 Teelöffel aromatisierter (mit Vanille, Sahne oder Irish Cream - danke Linn ;) Schwarztee, 1 Liter heißes Wasser, Vanillesirup, etwas Zimt, 250ml Schlagobers

Schwarztee mit heißem Wasser ca. 5 Minuten ziehen lassen, danach abseien und mit geschlagenem Schlagobers, Vanillesirup und etwas Zimt trinken!




Bücher:

Als Linn am Wochenende hier zu Besuch war, hatten wir die Idee, das jüngste Nobelpreisträgerwerk von Herta Müller zu lesen und hier im Blog gemeinsam zu reflektieren. Ich habe es mir heute schon mal gekauft und warte mit dem Lesen noch auf all diejenigen, die bei dieser Idee mitmachen möchten!



Momentan lese ich gerade Far from the Madding Crowd von Thomas Hardy. Ein von der Stimmung her ziemlich trauriges Buch mit sprachlich wunderschönen Naturskizzen englischer Landschaft, was mich sehr stark an Adalbert Stifter und seine Liebe zum Schwarzwald erinnert.

Musik:


Singer/Songwriterfolk vom feinstem mit wunderbarem britischen Humor: Johnny Flynn




Filme:


Ein herzerwärmender Film über den Roadtrip eines bulgarischen Onkels mit seinem erwachsenen Neffen auf der Suche nach dem großen Glück!




Heut Abend kommt noch ein guter Freund mit seiner neuen Freundin zu Besuch, da werden wir eine Pizza mit selbstgemachten Teig versuchen zu backen und danach einen Film schauen!

Was tut sich bei euch so?

Wednesday, 24 June 2009







Eine Straße im Juni an einem Samstagnachmittag, Alice fand die Straße sonntäglich, etwas daran erinnerte sie an die Sonntage ihrer Kindheit, an die langgezogenen, von irgendwas pulsierenden Sonntage im Sommer, so als wäre immer alles kurz vor einem Gewitter gewesen. Darauf warten. Auf das Gewitter warten.



*Judith Hermann - Alice

Thursday, 5 March 2009

Stopping By Woods On A Snowy Evening

Whose woods these are I think I know.
His house is in the village though;
He will not see me stopping here
To watch his woods fill up with snow.
My little horse must think it queer
To stop without a farmhouse near
Between the woods and frozen lake
The darkest evening of the year.
He gives his harness bells a shake
To ask if there is some mistake.
The only other sound's the sweep
Of easy wind and downy flake.
The woods are lovely, dark and deep.
But I have promises to keep,
And miles to go before I sleep,
And miles to go before I sleep.



Robert Frost